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GDL: Das Recht zu streiken

Ein Streik, der keinen wirtschaftlichen Druck ausübt, ist kein Streik, sondern kollektives Betteln. Jürgen Peters

Heute beginnt wieder ein Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), und so sicher wie das Amen in der Kirche wird es wieder Forderungen geben das Streikrecht kritischer Berufsgruppen zu begrenzen. Keine Frage die Streiks der kleinen Gewerkschaften wie GDL und Cockpit trifft viele Menschen, aber wo die vergangenen Arbeitskämpfe der großen Gewerkschaften – damals in den Augen vieler – die deutsche Wirtschaft als ganzes bedrohte, ist heute in erster Linie nur unsere Bequemlichkeit betroffen. Dennoch ist sogar eine SPD Ministerin bereit dafür das Streikrecht zu verschärfen.

Die Macht der GDL kommt aus ihrer Geschlossenheit. Wenn Politiker glauben dies bändigen zu können in dem sie das Streikrecht verschärfen können, sollten sie daran denken das es Streiks schon vor dem Streikrecht gab. Gewerkschaften haben gestreikt als die Unternehmen Schlägertrupps auf sie ansetzten, sie haben gestreikt als das überleben ihrer Familien auf dem Spiel stand, und der Kampf chancenlos aussah. Diese Kämpfe liegen in der Vergangenheit und sind in Vergessenheit geraten, doch man sollte nie vergessen das die Macht der Gewerkschaft nie auf dem Gesetz beruhte. Solange die Bahn auf Lokführer angewiesen ist und diese mehrheitlich hinter der GDL steht hat diese den Vorteil im Tarifstreit. Eine Gesetzesänderung wird das nicht ändern. Viel mehr wird es die geordnete Streikkultur die wir kennen beenden. Wer wissen will wie das sein wird, muss nur in andere Länder schauen.

Wenn wir den Lokführer das Streikrecht nehmen wollen, gibt es dafür in Deutschland eine Regelung: Die Verbeamtung. Es stellt sich die Frage ob wir für unsere Bequemlichkeit die Deutsche Bahn wieder verstaatlichen wollen, mit all den Kosten und Nachteilen. Es wäre ein hoher Preis. Ein Preis den die Politik nicht zahlen will. Sie will lieber den einfachen Weg einer Gesetzesänderung gehen. Oder wir können damit leben das die Bahn auch mal mit Vorankündigung unpünktlich ist.

Noch können wir den Preis einer Verstaatlichung bezahlen solange die Deutsche Bahn zu 100% in staatlicher Hand ist. Aber irgendwann wird das nicht mehr möglich sein.

 

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